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Mouawad, Wajdi  “Verbrennungen”

Selten hat ein Theaterstück in den vergangenen Jahren das deutsche Theaterpublikum so aufgewühlt:

Mit „eindrucksvoller Sprachgewalt“ (Die Welt) nimmt der 1968 im Libanon geborene frankokanadische Autor Wajdi Mouawad in VERBRENNUNGEN den Leser mit auf eine lange Reise, auf der schonungslos von den Anlässen für Gewalt und Blutvergießen berichtet wird. Mouawad erzählt, wie die Geschwister Jeanne und Simon die Vergangenheit ihrer Mutter Nawal erkunden, die vor dem Krieg im Nahen Osten in den sicheren Westen geflohen war, um sich dort eine neue Existenz aufzubauen. Nawals letzter Wille überträgt den Zwillingen die Aufgabe, zwei Briefe zu übermitteln: einen an ihren tot geglaubten Vater, den anderen an einen unbekannten Bruder. Widerwillig nehmen die beiden die Reise in die Heimat ihrer Mutter auf sich. Die Suche nach den eigenen Wurzeln führt sie in die kollektive Tragödie des Krieges zurück.

"VERBRENNUNGEN von Wajdi Mouawad, das ist der Stoff, aus dem zur Zeit die Weltnachrichten sind." (Bühne)

„Mouawads Kniff: die langsame Enthüllung der Wahrheit. Sein Können: die geschickte Verzweigung von Zeit- und Handlungsebenen, von individuellem Schicksal und kollektivem Kollaps. Seine Kunst: die Gleichzeitigkeit von Gegensätzlichem.“ (Frankfurter Allgemeine Zeitung)

„Es schnürt einem den Hals zu, wenn das Grauen wächst, das Schweigen lauter wird, die Geschichte sich auf einen Punkt zusammenzieht. Und die wunderbare Sprache von Wajdi Mouawad lässt in Dunkelheit immer Schönheit zu.“ (Göttinger Tagblatt)

„Es gibt Theaterstücke, die man selber erfahren muss und soll: man kann sie nicht erzählen, darf ihr Ende, das kommt wie das verwirrende Erwachen aus einem langen, quälenden Traum, nicht verraten. VERBRENNUNGEN ist solch ein Stück: eine sich stetig aufbauende Katastrophe, eine unbegreifliche Chronik unaufhaltsamer Ereignisse, die auf den Wahnsinn zustreben." (Deutschlandfunk)

"Ein tief bewegendes Familienporträt über das Schweigen zwischen den Generationen." (Theater der Zeit)

"VERBRENNUNGEN ist zwar well-made, aber auch raffiniert. Es zieht keine schwarzweißmalerischen Trennungslinien zwischen Europa und Orient, sondern beleuchtet die Pathologie beider Seiten. Der Text erscheint sowohl konkret, realistisch, zeitnah als auch rätselhaft, schwebend, poetisch. Wie aus dem Nebel lösen sich Fetzen der Geschichte, die zwischen verschiedenen Zeitebenen wechselt. Ein großartiges Stück." (Die Presse)

"Ein analytisches Drama, spannend wie ein Krimi, ausgeklügelt im Aufbau." (DeutschlandRadio)

"VERBRENNUNGEN ist ein überbordendes, orientalisch fabulierendes Stück, ist Krimi, Entwicklungsdrama, Farce und brutale Epik." (Süddeutsche Zeitung)

"Was Mouawad aus der Ausgangssituation seines Stücks macht, ist nicht weniger als eine Reise in das Inferno unserer Tage, mitten hinein in einen Bürgerkrieg und die unendliche Spirale aus Gewalt und Gegengewalt, Mord und Totschlag, Vergewaltigung und Folter, mitten hinein in den Alltag einer Generation, die 'mit Schande gefüttert worden ist'. Eine Tragödie wahrhaft antiken Ausmaßes. Das Drama, so zeigt sich bald, könnte überall spielen. Und jederzeit. In Ruanda oder Jugoslawien, gestern, heute oder morgen. Kein Trost, nirgends in diesem Drama, und doch: Aus dem Schweigen wird Sprache, aus dem Trauma Erinnerung." (FAZ)

Sprechtheater - Schauspiel

Uebersetzer:   Uli Menke
Originaltitel:   Incendies
Mundart:   Hochdeutsch
Aufführungsgeschichte:   U: Théâtre Ô Parleur/Festival de théâtre des Amériques, Montréal, 2003. R: Wajdi Mouawad.
DE: Staatstheater Nürnberg, R: Georg Schmiedleitner / Deutsches Theater Göttingen, R: Regina Wenig, jeweils 13.10.2006
Besetzungshinweis:   Besetzung ad libitum

In den Katalog aufgenommen am 31.08.2006


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