Im tiefdekolletierten kleinen Schwarzen posiert Sylvia vor dem Spiegel: "Liebe Trauergemeinde. Sie führten eine gute Ehe. Manchmal wünschte Sylvia ihm aus langer Weile den Tod an den Hals, aber sie stritten nie. Sie fragte sich oft, warum. Warum rief Manfred sie nur an, wenn er nichts zu sagen hatte? Warum sollte sie ihn nicht anrufen, wenn sie etwas zu sagen hatte? Warum wollte er nicht, das sie Einblick in die Konten bekam und warum verschwieg er ihr die Summe der Lebensversicherung? Vor allem aber: Warum onanierte Manfred Kemmler heimlich im Ehebett..." Schließlich muss Sylvia sich fragen, warum der sonst so akkurate Gerichtvollzieher sie heute mit dem gedeckten Abendbrottisch sitzen lässt. Sylvia durchleuchtet Manfreds Beamtenseele und ihr monotones Hausfrauendasein. Neidisch schielt sie hinüber zur Wohnung ihrer Single-Freundin Judith, die gerade wieder einen ganzen Kerl statt nur dessen Lieblingsaufschnitt vernascht. Und wenn Manfred etwas zugestoßen ist? - Schon träumt Sylvia sich mit einem Liebhaber nach Griechenland, führt in Gedanken anregende Gespräche, lässt sich im Dampfbad mit Mango füttern - da klingelt es an der Wohnungstür. Manfred? - Zu spät!
Sprechtheater - Monolog
| Damen | 1 |
| Mundart | Hochdeutsch |
| Bestellnr | 1572 |
| Werkangaben | |
| Aufführungsgeschichte | UA: 06. Mai 2006 AuGuS-Theater Neu-Ulm |
In den Katalog aufgenommen am 01.02.2005
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